Tagestipps im Radio

Tagestipps

Dienstag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Weltzeit

Moderation: Ellen Häring Tragödie im Jemen Keine Empathie im Rest der Welt Von Anna Osius Alle internationalen Organisationen, die im Jemen vor Ort sind, sprechen seit Jahren von der derzeit schlimmsten humanitären Krise. Verhungernde Kinder, Familien, die sich von Wurzeln und Samen ernähren müssen, fehlende medizinische Versorgung - all das scheint die Welt nur bedingt zu interessieren. Saudi-Arabien als eine der Kriegsparteien wird nicht zur Beendigung der Auseinandersetzungen gedrängt. Zu groß ist die Abhängigkeit vom Öl aus den Golfstaaten. Die Menschen im Jemen können wegen Armut und der abgeschotteten Lage nicht fliehen und nach Europa gelangen. Besonders die jemenitischen Kinder zahlen mit ihrem Leben den Preis für die Machtkämpfe in der Region und für das Desinteresse der restlichen Welt am Krieg im Jemen.

Dienstag 18:30 Uhr SRF 2 Kultur

Kultur-Talk

Braucht der Mensch Helden? Warum (nicht)? Kein Tag ohne Wolodimir Selenski, kein Kino ohne Superhelden, keine Erzählung der Geschichte ohne Überfiguren und Gründungsmythen. Überall begegnen uns übergrosse reale und fiktive Figuren. Seit dem Gilgamesch-Epos in Babylon, bis heute. Warum?

Dienstag 19:00 Uhr HR2

Hörbar Lucas Santtana, der sanfte Aktivist & mehr Musik grenzenlos

Moderation: Martin Kersten Schwere Dinge ganz leicht erscheinen lassen: das ist die große Kunst des Lucas Santtana. Auf seinem neunten Soloalbum "O Paraíso" redet der Sänger, Songschreiber, Flötist und Gitarrist aus Salvador de Bahia der Menschheit ins Gewissen, beziehungsweise: er säuselt.

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Schwarzmeerien Welche Zukunft verbindet Bulgarien, Georgien und die Ukraine? Von Viktoria Balon Regie: Claudia Kattanek Produktion: Deutschlandfunk 2023 "Schwarzmeerien" ist ein unsichtbarer Staat. Seine Menschen verbindet vieles: Kultur, Geschichte, das Lebensgefühl, und das Meer, das sie nur gemeinsam schützen können. In Zeiten des Krieges bereist die Autorin seine Ufer. Sie fährt mit der Frachtfähre "Drujba" (Freundschaft) übers Meer von Bulgarien nach Georgien. Eine solche Reise hat sie schon einmal vor 30 Jahren gemacht - von Odessa aus, der Stadt ihrer Kindheit. In den Hafenstädten sucht sie Protagonisten einer gemeinsamen Zukunft. Und trifft auf eine bunte Welt: mehrsprachig, gemischt, entspannt, mit eigenem Humor und eigenem Bezug zum Meer. Die imperiale Vergangenheit ist noch nicht überwunden. Sie kehrt wieder mit ihrer Ideologie, mit Geld und Krieg. Doch auch in Krisenzeiten bleibt der "Schwarzmeercharakter" optimistisch und erfinderisch, und die Verbundenheit entlang der Küsten wächst. Schwarzmeerien

Dienstag 20:00 Uhr SWR1 Baden- Württemberg

Musik Klub Deutschland

22:05 - 22:20 Radioreport - Recht Keine Selbstbedienung! - Strengere Regeln für die Parteienfinanzierung Das Bundesverfassungsgericht hat eine Aufstockung der staatlichen Parteienfinanzierung aus dem Jahr 2018 für nichtig erklärt. 25 Millionen Euro mehr für die Parteien hatten Union und SPD bewilligt. Die Obergrenze für das, was alle Parteien vom Staat bekommen, wurde von 165 auf 190 Millionen Euro erhöht. Warum gibt es eine solche Obergrenze und warum war die Erhöhung nicht in Ordnung? Welche Vorgaben macht Karlsruhe, wenn der Bundestag die Finanzen der Parteien aufstocken will? Und müssen die Parteien jetzt Geld an die Bundestagsverwaltung zurückzahlen? Klaus Hempel und Max Bauer haben über das Urteil aus Karlsruhe aktuell berichtet und sprechen jetzt nochmal über die Hintergründe und Grundsätze der Parteienfinanzierung.

Dienstag 20:00 Uhr NDR kultur

Feature

Klänge des Grauens Musik und Geräusch im Horrorfilm Feature von Raphael Smarzoch DLF 2013 Die akustischen Markenzeichen des Horrors sind Dissonanzen, Atonalität und klangliche Experimentierfreude. Das Fremde und Unheimliche widersetzt sich gängigen Normen und klingt auch anders. Komponisten suchen es in elektronischen Sounds, vermeintlich unschuldigen Kinderliedern, geistlichen Chorälen, plötzlich und laut einsetzender Musik oder seltsamen Geräuschen: Die Akustik des Grauens signalisiert die Anwesenheit von Gespenstern oder öffnet den Weg in das Unterbewusste des Psychopathen. Der Autor besucht Grusel-Komponisten und lädt Menschen zu Horror-Hör-Sessions ein. Download unter ndr.de/radiokunst, in der NDR Feature Box und in der ARD Audiothek. 20:00 - 20:03 Uhr Nachrichten, Wetter Feature

Dienstag 20:05 Uhr SWR2

SWR2 Jazz Session

Philip Zoubek Placebo Domingo & Gäste bei der Jazzweek Cologne Von Odilo Clausnitzer Die Band Placebo Domingo ist das Alter Ego von Pianist Philip Zoubek, Bassist David Helm und Schlagzeuger Dominik Mahnig. Als Klaviertrio sind drei Wahl-Kölner ein fest eingespieltes Team. Während der Lockdowns begannen sie, andere Instrumente auszuprobieren - Keyboards, Gitarre und Perkussion - und damit frei zu improvisieren. Daraus wurde ein festes Bandprojekt. Exklusiv für das Eröffnungskonzert der Cologne Jazzweek wurde es um die amerikanische Gitarristin Ava Mendoza und den belgischen E-Pianisten Jozef Dumoulin verstärkt. Ergebnis: eine Kollektivmusik von berstender Energie. Philip Zoubek: Insomnia Philip Zoubek Trio: Philip Zoubek - Piano, Synthesizer David Helm - Bass Dominik Mahnig - Schlagzeug Philip Zoubek: Neowise Ava Mendoza - Gitarre Jozef Dumoulin - Piano, Synthesizer & Philip Zoubek Trio

Dienstag 20:10 Uhr Deutschlandfunk

Hörspiel

Ursendung Die Entflohene (4/4) Robert de Saint-Loup Hörspiel nach dem Roman "La Fugitive" von Marcel Proust Übersetzung aus dem Französischen: Bernd Jürgen Fischer Hörspielbearbeitung: Manfred Hess, Hermann Kretzschmar Regie: Ulrich Lampen Mit Felix Goeser, Sebastian Blomberg, Elisa Schott u.a. Musik: Ensemble Modern Komposition: Hermann Kretzschmar Produktion: SWR/Deutschlandfunk 2022 Länge: ca. 49 Min Marcel Proust dechiffriert die Menschen als Leidende und Lächerliche im Maskenspiel ihres homo- wie heterosexuellen Begehrens. Die Belle Epoque dient dabei als gesellschaftliche Szenerie. Im letzten Teil des Hörspiels trifft Marcel seine alte Liebe Gilberte Swann wieder, die mittlerweile seinen Freund Robert de Saint Loup geheiratet hat. Bei einem Besuch auf deren Landsitz entpuppt sich das vermeintliche Eheglück als Chimäre. Marcel hingegen eröffnet sich die Chance auf ein ungeahntes Glück: die Erinnerung an seine Aufenthalte auf dem Lande sowie den Abschluss seiner Trauerarbeit um die durch einen Reitunfall gestorbene, mithin physisch wie geistig "entflohene" Albertine. Marcel Proust (1871-1922) entstammte einer wohlhabenden katholisch-jüdischen Familie. Sein Hauptwerk, den autofiktionalen Romanzyklus "À la recherche du temps perdu", schrieb er von 1908 bis zu seinem Tod. Die ersten vier Bücher dieses Meisterwerks modernen Erzählens machten noch zu Lebzeiten seinen literarischen Rang deutlich, die restlichen erschienen in bis heute diskutierten Ausgaben posthum. Die Entflohene (4/4) Hören 47:59Hören 47:59

Dienstag 22:04 Uhr WDR5

U 22 - Unterhaltung nach zehn: UaW (1/2)

Mit Dietmar Wischmeyer Mit dem kleinen Tierfreund durch die kalte Jahreszeit Wiederholung: Mi. 22.04 Uhr Dietmar Wischmeyer kehrt mit seiner Kultfigur zurück an den Ort seines allerersten Auftritts Aufnahme vom 11. Dezember 2022 aus dem Bunker Ulmenwall, Bielefeld

Dienstag 22:05 Uhr BR-Klassik

BR-KLASSIK - Horizonte

Von Afrika bis zum Mond Klangexpeditionen mit Ulrike Haage und Martina Eisenreich Von Franziska Stürz Die Pianistin und Komponistin Ulrike Haage war Keyboarderin der Band Rainbirds und erhielt 2003 als erste Frau den Deutschen Jazzpreis, Martina Eisenreich wurde 2018 als erste Frau mit dem deutschen Filmmusikpreis für ihre Musik zum Tatort "Waldlust" ausgezeichnet. Beide überschreiten mit ihrer Klangsprache die Grenzen der musikalischen Genres und widmen sich auch dem Hörspiel. Martina Eisenreichs 2019 uraufgeführte symphonische Dichtung "Tales of Rhythm" ist Nelson Mandela gewidmet und bezieht sich auf Gedichte aus Afrika. Ulrike Haage reiste nach Fukushima, um die Musik für Doris Dörries Film "Grüße aus Fukushima" zu schreiben und vertonte Ethel Adnans Gedicht "Funeral March for the first Cosmonaut" als Referenz an den Mondfahrer Yuri Gagarin. Franziska Stürz folgt den Spuren der beiden Komponistinnen.

Dienstag 23:00 Uhr HR2

Doppelkopf

Am Tisch mit Hans Sarkowicz, "Radiogeschichten-Erzähler" 2023 wird das Radio 100 Jahre alt und er kennt die Geschichte dieses Mediums wie kein zweiter - fast 42 Jahre lang hat Hans Sarkowicz das Kulturradio im hessischen Rundfunk geprägt. Mit einem Auge für die wichtigen Themen der Zeit wie die Aufarbeitung des Nationalsozialismus ebenso wie für verborgene und zu Unrecht vergessene Stimmen, die er im Radio wieder zu Gehör brachte.

Dienstag 23:03 Uhr WDR3

WDR 3 open: Ex & Pop

Mit Klaus Walter Alle Vögel sind schon da - Diesmal schon im Januar Der Posaunist und Vogelstimmensammler Matthias Götz aus dem Dunstkreis der Band The Notwist bringt seine Leidenschaften unter dem Namen Le Millipede auf einem Doppelalbum zusammen: "Legs and Birds", Anlass genug für eine musikalische Vogelkunde. Matthias Götz ist Posaunist und Vogelstimmensammler. Unter dem Projektnamen Le Millipede verbindet er beide Neigungen. Das Resultat ist das Doppelalbum "Legs and Birds". Album Eins - Legs - enthält zehn posaunengetriebene posteverything (Fast-)Instrumentals, durchnummeriert von "1st Leg" bis "10th Leg". Musik aus dem Geist Münchner Freiheiten, für die Labels wie Alien Transistor, Hausmusik oder Gutfeeling Records stehen, oder das dehnbare Qualitätsmerkmal Notwist-Umfeld. Album Zwei - Birds - ist den Vögeln gewidmet. Dem Teichrohrsänger und der Mittelmeermöwe, dem Sumpfrohrsänger und der Heidelerche, dem Bluthänfling, der Singdrossel und elf weiteren Vogelarten, deren Gezwitscher Matthias Götz a.k.a. Le Millipede gesammelt hat. "Do the birds represent the unconscious of the music, perhaps?" Fragt der Künstler. Die Vögel als Repräsentanten des Unbewußten der Musik? Das wirft weitere Fragen auf? Wie funktioniert Animal Ambient? Was sind Vogelmixe, Gudrun Gut? Michaela Melián läßt Rothkehlchen fliegen. Eine besondere Beziehung zum Federvieh hat Andreas Dorau. In seinem Repertoire finden sich: Adler, Hühner, Möwen, Schwäne, die Blaumeise Yvonne, Bienen am Fenster (ok, keine Vögel im eigentlichen Sinn) und ein nicht näher bezeichneter Vogel, dem die Natur ein Schwarz-Rot-Goldenes Federkleid verpasste. "Du bist gut zu Vögeln" heißt es bei Stereo Total. Die Beatles lassen zum Guten Morgen den Hahn krähen und singen von einem angeblich singenden Vogel. Aldous Harding hat da ihre Zweifel: "What If Birds Aren"t Singing They"re Screaming." Eine musikalische Ornithology, nicht ohne Charlie Parker.

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