Tagestipps

Dienstag 19:05 Uhr Ö1

Dimensionen

Das politische Engagement der Klimaforschung in Österreich Von Elke Ziegler Sie treten bei Demonstrationen auf, halten Transparente hoch und intonieren Protestslogans gemeinsam mit den Jugendlichen von Fridays4Future. Sie sitzen bei politischen Verhandlungen mit am Tisch und liefern Input für das Regierungsprogramm. Österreichische Klimaforscherinnen und -forscher haben sich in den letzten Monaten massiv in die Politik eingebracht. Nicht alle sehen das positiv: Aus wissenschaftlichen Befunden seien politische Meinungen geworden, so die Kritik. Was sagen die Forscherinnen und Forscher selbst über die Grenzüberschreitung zwischen Wissenschaft und (gesellschafts-)politischem Engagement? Macht sich Forschung angreifbar, wenn sie politische Ziele formuliert? Wie passen wissenschaftliche Evidenz und politische Logik zusammen? Eine Sendung über Nähe und Distanz, Kooperation und Konflikt am Beispiel der österreichischen Klimaforschung.

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Frontera Menschen und Mauern an der Grenze Mexiko-USA Von Lorenz Rollhäuser Regie: der Autor Produktion: NDR/Dlf 2020 "Prävention durch Abschreckung" lautet die Devise der USA seit 1994, seit Bill Clinton die ersten Mauern an der Grenze zu Mexiko bauen ließ. Seither wird immer weiter und höher gebaut. Hinzu kommen die immer lückenlosere Überwachung der Grenze, eine zunehmend rigide Abschiebepraxis durch die Immigrationspolizei ICE sowie neue Regeln zum Asylverfahren, die die Bewerber zwingen, monatelang in Mexiko zu verharren, bevor sie überhaupt einen Antrag stellen können. Das Feature beschreibt Orte an der Grenze und zeigt die zunehmend schwierige Lage derjenigen, die Elend, Verfolgung und Gewalt in ihrer Heimat zu entfliehen suchen oder aus den USA abgeschoben wurden und jetzt nicht weiter wissen. Es zeigt aber auch den Widerstand der Zivilgesellschaft, die für Menschlichkeit in den Borderlands eintritt. Frontera

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Leben in der Krise Eine Hausgemeinschaft im Lockdown Von Manuel Waltz 2012 haben sie ein leerstehendes Haus in Leipzig gekauft und saniert. Es gehört ihnen als Kollektiv. Acht Erwachsene und vier Kinder leben ständig dort, in ganz unterschiedlichen Familienkonstellationen. Sie verstehen sich als Gruppe von Individuen, die solidarisch miteinander leben wollen. Dann kommt Corona- und die Hausgemeinschaft muss sich neu organisieren.

Dienstag 20:00 Uhr NDR kultur

Feature

Fußgänger sind keine Störfaktoren Von Dieter Jandt WDR 2020 Fußgänger sind im öffentlichen Raum deutlich in der Mehrzahl. Doch als Verkehrsteilnehmer werden sie nicht ernst genommen. Sie haben keine Lobby, keine mächtigen Verbände oder Verbündete in Industrie und Politik. Dabei könnte die Lebensqualität in den Städten deutlich zunehmen, wenn man Fußgänger frei laufen ließe. Sie könnten sogar den Handel beflügeln. Es gibt bereits Städte, die den motorisierten Verkehr aus ihren Zentren verdrängt haben. Das aber sind lange Prozesse, die Probleme sitzen tief, auch und vor allem in unseren Köpfen.

Dienstag 20:10 Uhr Deutschlandfunk

Hörspiel

Extrapost Von Sabine Stein Regie: Judith Lorentz Mit Paula Kalenberg, Paul Herwig, Steffie Kühnert, Carsten Andörfer, Wolfram Koch Produktion: NDR 2009 Sonia arbeitet als Postbotin bei einem privaten Zusteller und träumt davon, ein Star zu sein. Das Geld, das sie für die anvisierten Talent-Castings braucht, will sie erwirtschaften. Also erweitert sie ihren Zuständigkeitsbereich. Dabei kommt sie ins Schleudern, behält, zunächst versehentlich, später wissentlich, wichtige Gerichtsdokumente ein, was in der Folge ein flächendeckendes Chaos verursacht. Eine aufsehnerregende Rettungsaktion von Kollegen, die Sonias Versagen als politische Tat an die Medien verkaufen und Sonia als Heldin des Widerstands gegen einen menschenverachtenden Turbokapitalismus stilisieren, scheint zunächst das Blatt zu wenden. Doch hält es die Tragödie nicht wirklich auf ... "Extrapost" basiert in Teilen auf einem authentischen Fall, der sich 2006 in Mecklenburg-Vorpommern ereignete. In Sabine Steins tragikomischer Collage steht jedoch nicht die Frage nach der Schuld im Vordergrund. Auch nicht die nach der Psychologie. Ihr Augenmerk liegt vielmehr auf dem prozesshaften Geschehen selbst, auf der immensen Wirkungskette, die ein kleines, belangloses Ereignis nach sich zieht. Und auf der grotesken Wirkungsmacht des Zufalls, der ein ganzes System zum Einsturz bringt. Extrapost

Dienstag 20:15 Uhr NDR Info

Zeitzeichen

19. Mai 1925 Der Geburtstag des Black Muslim-Führers Malcolm X Von Thomas Mau Aufnahme des WDR Malcolm X polarisierte. Die einen verehrten ihn als couragierte Führungsfigur im Kampf um die Gleichberechtigung der Schwarzen, die anderen fürchteten ihn als scharfen Kritiker der weißen Machthaber, gegen die mit allen Mitteln gekämpft werden müsse. Zunächst schien der Lebenslauf des am 19. Mai 1925 in Omaha, Nebraska, geborenen Malcolm Little den typischen Weg eines schwarzen Kindes aus armen Verhältnissen zu nehmen. Abgebrochene Schule, Drogensucht, Kriminalität, Gefängnis. Hinter Gittern jedoch begann er ein eisernes Selbststudium und lernte die "Nation of Islam" kennen. Diese religiöse Gruppierung propagierte die kulturelle und moralische Überlegenheit der Schwarzen gegenüber den Weißen. Wieder in Freiheit entwickelte sich Malcolm X zu einem ihrer Führungsköpfe. Als Gegenspieler zu Martin Luther King, denn Malcolm X lehnte das Prinzip des gewaltlosen Widerstands ab. Später rückte Malcolm X davon ab. In der "Nation of Islam" aber hatte er sich viele Freunde gemacht. Vor einer Rede in New York wurde der 39-Jährige unter bis heute nicht genau geklärten Umständen erschossen.

Dienstag 21:00 Uhr NDR 2

NDR 2 Soundcheck Live

Im NDR 2 Radiokonzert: Father John Misty (1), Elbphilharmonie Hamburg - Der heute 39jährige Josh Tillman alias Father John Misty wuchs in einem streng evangelikal-christlichem Elternhaus in Maryland auf, in dem keine "weltliche" Popmusik erlaubt war. Nachdem er früh Schlagzeug und Gitarre spielen gelernt hatte, schloss er sich als Student in Seattle verschiedenen Bands an, so der des Singer-Songwriters Damian Jurado. Tillman begann 2003 eigene Soloalben aufzunehmen, ab 2008 folgten vier Jahre als Drummer der erfolgreichen Folk-Rocker Fleet Foxes. Nach seinem Ausscheiden 2012 setzte er seine Solokarriere unter dem Pseudonym Father John Misty fort, vielleicht eine Anspielung auf seine religiöse Kindheit, die er als Zwang und Unterdrückung empfunden hatte. Als Father John Misty erntete Josh Tillman mit bisher vier Alben auch als Solist Anerkennung und Erfolg, der ihn bis in die Top Ten der amerikanischen und britischen Albumcharts führte und einen Grammy einbrachte. Am 8. August 2019 gaben Father John Misty und seine Band, begleitet von der Neuen Philharmonie Frankfurt, ein exklusives Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie, dessen Aufnahme Tillman im März 2020 unter dem Titel "Off-Key in Hamburg"digital veröffentlichte, um mit den Einnahmen den MusiCares COVID-19 Relief Fund zu unterstützen, der in der Coronakrise in Not geratenen Mitgliedern der Musikbranche helfen will.

Dienstag 21:04 Uhr rbb Kultur

MUSIK DER KONTINENTE

mit Peter Rixen News From Africa Afrikas Musiker spielen schon lange eine wichtige Rolle im globalen Konzert. Dabei sind Pioniere wie der nigerianische Schlagzeuger Tony Allen und der äthiopische Percussionist und Vibraphonist Mulatu Astatke nicht nur Bewahrer von Traditionen, sondern sichern sich auch selbstbewusst ihre Teilhabe an modernen Konzepten.

Dienstag 21:05 Uhr Deutschlandfunk

Jazz Live

Émile Parisien Quartet "Double Screening" Aufnahme vom 1.3.2020 aus dem Grillo Theater in Essen Am Mikrofon: Odilo Clausnitzer Émile Parisiens Hauptinstrument ist das Sopransaxofon. Schon das zeichnet ihn aus. Und er klingt darauf auch noch wie kein anderer. Der Pariser gilt als Ausnahmeerscheinung auf der ohnehin reich mit Talent gesegneten französischen Jazzszene. Mit seinem seit 15 Jahren bestehenden Quartett macht er vor, wie es möglich ist, mit fließender Leichtigkeit über höchst vertrackte Formabläufe zu improvisieren. Die Kompositionen seines jüngsten Programmes "Double Screening" reflektieren programmatisch die Herausforderungen des Computerzeitalters: Multitasking, rasend schnelle Ebenenwechsel, digitale Abstraktion finden darin klanglichen Ausdruck. Das allerdings mit rein analogen Mitteln - und voll mitreißender Energie. "Double Screening"

Dienstag 21:55 Uhr Ö1

nach-gehört

Edition Ö1. March Movie. Hörspiel von Michael Köhlmeier Peter Klein Gestaltung: Stephan Pokorny Als 1968 bei einem Musikfest in Hohenems eine Blasmusikkapelle verschwindet, scheint dies weder die Behörden noch die Bevölkerung besonders zu kümmern. Nur der Bahnschrankenwärter Oskar Zambanini, nimmt sich der Sache an. Seine Hartnäckigkeit macht ihn zum Außenseiter. Nach vierzehn Jahren der Suche aber werden seine Bemühungen belohnt: Unter einem Stein findet er die verschollene Blaskapelle, allerdings in stark verändertem Zustand. Ein ORF-Team macht sich auf, um über den Fall zu berichten - "March Movie", ein Stück, das die Mittel und Möglichkeiten des Features und des Hörspiels verschränkt, gilt heute als Klassiker und zählt zu den meistgespielten Hörspielen im deutschsprachigen Raum. Ö1 veröffentlicht die Produktion zum 35-jährigen Jubiläum der Erstausstrahlung.

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Die beste Tochter der Welt Von Kindern kranker Eltern Von Karla Krause Regie: Giuseppe Maio Mit: Familie Rebhan, Jörg Pilawa, André Dietz, Neale Walsh, Thomas Helbling (alle im O-Ton) sowie Enno Luncke, Pola Szymczak, Christian Eisenhardt, Toni Lorentz, Julius Stucke und Karla Krause Ton: Jan Fraune Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020 Länge: 54"29 (Ursendung) Seit frühester Kindheit kümmert sich Lana um ihren unheilbar nierenkranken Vater. Für die 15-Jährige neben Schule und Haushalt eine ungeheure Belastung. Sie versagt in der Schule, eine psychische Krise deutet sich an. Nach zweimaligem Scheitern in der 8. Klasse verlässt Lana ohne Abschluss das Gymnasium. Lana ist 15. Seit ihrer frühen Kindheit bestimmt die Krankheit ihres Vaters, ein unheilbares Nierenleiden, ihren Alltag. Täglich kann sich sein Zustand dramatisch verschlechtern. Lanas Mutter hat zwei Jobs und arbeitet oft bis in die Nacht. Lana pflegt zu Hause den Vater und kümmert sich um den Haushalt. Jetzt ist sie 15 und muss wegen schlechter Noten das Gymnasium ohne Abschluss verlassen. Fast eine halbe Million pflegende Kinder und Jugendliche gibt es allein in Deutschland. Die meisten von ihnen sind unsichtbar. Lana ist vor Kurzem aus deren Schatten getreten und gibt ihnen Gesicht und Stimme. Sie will kein Opfer sein. Karla Krause, geboren 1942, war Reporterin, Buchautorin, Dramaturgin und Fernsehproduzentin. Seit 2000 arbeitet sie als Autorin vor allem für das Radiofeature. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Geschichten zur medizinischen Ethik, u.a. "Tödliches Erbe" (RBB/WDR 2007, Robert Geisendörfer Preis), "Sternenkind" (HR/WDR 2012, DRK-Medienpreis, Hörfunkpreis der Theodor Springmann Stiftung) und "Kinder am Ende des Lebens" (HR 2015, TOM Medienpreis 2016). Zuletzt für Deutschlandfunk Kultur: "Dazwischen. Intersexuelle Menschen erzählen" (Dlf Kultur 2017). Die beste Tochter der Welt

Dienstag 23:03 Uhr SWR2

SWR2 MusikGlobal

Heilung und Beschwörung in der klassischen indischen Musik Von Clair Lüdenbach Die indische Klassik hat eine Jahrtausende alte Geschichte. Sie ist eng verwoben sowohl mit dem hinduistischen Glauben, als auch mit den uralten Naturreligionen. Daraus entstanden Mythen und Überzeugungen über die magische Kraft der Klänge. Mit dem Arzt für Ayurvedische Medizin und Sitaristen Ananda Chopra spricht Clair Lüdenbach über die metaphysische Seite der indischen Raga-Musik.

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